Organisationales Lernen in der digitalen Ökonomie

Auf dem Weg in die digitale Ökonomie entstehen unternehmensübergreifende, digitale Wertschöpfungsketten, in denen sich Menschen, Maschinen und Objekte auf Basis des Internets der Dinge miteinander vernetzen. Zukunftsorientierte Unternehmen sind aufgerufen, ihr Personal auf die umwälzenden Veränderungen vorzubereiten und auf dem Weg in die digitale Ökonomie mitzunehmen. Gefordert ist ein wirksames organisatorisches Veränderungsmanagement mit modernen Lernelementen für die bedarfsgerechte Qualifizierung des Personals.

Weltweit treiben digitale Technologien ökonomische Aktivitäten und dringen in alle Lebensbereiche vor. Kein Zweifel: Wir befinden uns nicht nur auf dem Weg in die digitale Ökonomie, sondern in eine digitale Welt. Es stellt sich die Frage, wie wir in dieser Welt leben, lernen und arbeiten wollen. Auf diese Frage müssen zukunftsweisende Antworten gefunden werden. Hierzu ist weltweit ein kultur- und länderübergreifender, interdisziplinärer Diskurs auf der Grundlage gemeinsamer Werte gefordert, der der Vision einer globalen Wohlfahrt folgt. Gelingen kann er aber nur, wenn vor allem die wirtschaftlich Starken dieser Erde ihrer globalen Verantwortung für Menschlichkeit, Vertrauen, Sicherheit und Berechenbarkeit ihres Handelns gerecht werden.

Die MIT-Vordenker Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee skizzieren in ihrem Bestseller „The Second Machine Age” [1] anschaulich ihr Bild von den technologischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen, auf die wir uns einstellen müssen. Dass solche Veränderungen neben Gewinnern auch immer Verlierer hervorbringen, wird niemanden verwundern. Daher obliegt es den politischen und gesellschaftlichen Eliten, Rahmenbedingungen zu schaffen, die breiten Bevölkerungsschichten Zukunftschancen eröffnen und unvermeidbare Risiken in ihren Folgen abfedern.

Doch auch die Unternehmen sind aufgerufen, ihr Personal auf die umwälzenden Veränderungen vorzubereiten und auf dem Weg in die digitale Ökonomie mitzunehmen. Gefordert ist ein zukunftsgerichtetes organisatorisches Veränderungsmanagement, das bei der Transformation der Wertschöpfungsketten im Hinblick auf die optimale Ausschöpfung der digitalen Potenziale nicht die weiterhin wichtige Rolle des Faktors „Mensch“ vernachlässigt. Denn unter der Voraussetzung einer freien Verfügbarkeit der digitalen Technologien wird in vielen Branchen immer noch die Qualifikation des eingesetzten Personals der wettbewerbsentscheidende Erfolgsfaktor bleiben.

Überraschenderweise zeigt sich in der digitalen Praxis ganz oft, dass für die betroffenen Mitarbeiter nicht der Umgang mit den neuartigen Technologien die meisten Probleme verursacht, sondern das fehlende Verständnis für die unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten der digitalen Ökonomie. Sie entstehen aus der Vernetzung von Menschen, Maschinen und Objekten im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und zeichnen sich durch ihren hohen Automatisierungsgrad in Verbindung mit einem zunehmenden Grad an Dezentralisierung aus. Das in derartigen Wertschöpfungsketten eingesetzte Personal benötigt ein tiefes Verständnis der Geschäftsregeln und Lösungsstrategien, die das Verhalten der dezentralen Systeme determinieren, sowie das Wissen und die Erfahrung zur Ausführung der geforderten Monitoring-, Analyse- und Entscheidungs-Prozesse. Insofern wird die bedarfsgerechte Qualifizierung des Personals in Form organisationalen Lernens zu einem der wichtigsten Bausteine des Veränderungsmanagements.

Veränderungsmanagement und organisationales Lernen

Auf dem Weg in die digitale Ökonomie kommt dem organisatorischen Veränderungsmanagement eine herausragende Bedeutung zu. Nur wenn es gelingt, die betroffenen Mitarbeiter effektiv auf die Veränderungen vorzubereiten, sie für die Veränderungen zu motivieren und wirksame Hilfestellung in den täglichen Herausforderungen zu leisten, kann die Organisation nachhaltig erfolgreich sein. Organisationales Lernen mit dem Ziel, die Problemlösungs- und Handlungskompetenz der agierenden Personen zu erhöhen, erweist sich dabei als Schlüssel zum Erfolg. Grundlage des Lernens ist eine geeignete Fortentwicklung der organisationalen Werte- und Wissensbasis sowie des organisatorischen Bezugsrahmens.

Lesen Sie die vollständige Veröffentlichung von Dr. Frank Schönthaler in den DOAG Business News zum Thema „Organisationales Lernen in der digitalen Ökonomie“.

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