Oracle Datenbanklösung im Bundesamt für Strahlenschutz

Konzeption und Umsetzung eines komplexen, skalierbaren Register-Systems für die Verwaltung radioaktiver Strahlenquellen

Der Kunde

Das Bundesamt für Strahlenschutz ist eine selbstständige wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Im Dezember 2009 hat die Behörde 730 Mitarbeiter beschäftigt, verteilt auf die Zentrale in Salzgitter und sechs weitere Standorte im Bundesgebiet. Ziel des Bundesamts ist die Sicherheit und der Schutz von Bevölkerung und Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Dabei werden verschiedene Bereiche abgedeckt, wie zum Beispiel die medizinische Röntgendiagnostik, die kerntechnische Sicherheit beim Umgang mit radioaktiven Stoffen und der Schutz vor erhöhter natürlicher Radioaktivität. Weitere Felder sind der Schutz vor ultravioletter Strahlung und den Auswirkungen des Mobilfunks.

Die Anforderung

Die Projektanforderung ergab sich aus der Notwendigkeit, auf eine gesetzliche Situation zu reagieren, die sich mit dem neuen „Gesetz zur Kontrolle hochradioaktiver Strahlenquellen“ ergeben hatte. Um dieses Gesetz umzusetzen und die Kontrolle zu gewährleisten, bedurfte es der Entwicklung eines Registers zur bundesweiten Erfassung und Auswertung hochradioaktiver umschlossener Strahlenquellen, des HRQ (Hochradioaktive Quellen) Registers. Für die Erreichung dieses Ziels musste eine neue IT-Infrastruktur geschaffen werden. Diese sollte den kompletten Prozess in Form von standardisierten Meldungen von  Strahlenquellen an das BfS, deren Erfassung und Aufbereitung abbilden, und individuelle Auswertungen möglich machen.

Das Projekt

Aufgrund der guten Erfahungen aus einer früheren Zusammenarbeit des BfS mit PROMATIS, aus der die Oracle-basierte Implementierung des Strahlenschutzregisters hervorging, fiel auch in diesem Fall die Partnerwahl auf PROMATIS und eine Lösung, die auf der Oracle Datenbank 11g basiert.

Durch das bewährte PROMATIS Vorgehensmodell IQPM™ (Integrated Quality Process Model), das auf Best Practice-Modelle aus 20 Jahren Projekterfahrung zurückgreift, konnte die Konzeptionsphase stark verkürzt werden.

Um eine möglichst effiziente, zeitnahe Einführung zu gewährleisten wurde das Projekt einerseits in zwei Phasen geteilt: Im Release 1 wurde eine schnelle Umsetzung der Grundanforderungen realisiert, im nachfolgenden Release 2 konnten Verbesserungen aus Release 1 und detailliertere Anforderungen des Gesetzes realisiert werden. Zum Zweiten wurde die Lösung in verschiedene Module aufgeteilt, die einzeln getestet und eingeführt wurden, und durch die Implementierung mit Java eine hochgradige Flexibilität aufweisen. Zur üblichen PROMATIS Vorgehensweise gehörten auch umfangreiche Testläufe vor und nach jeder Auslieferung und die Erstellung eines Prototyps vor der Implementierung. Bereits in der Entwicklungsphase wurden permanent fachliche und technische Key-User des BfS ausgebildet. Das machte extra anzusetzende Schulungen überflüssig.

Die Lösung

Die Eingabeschnittstellen wurden als browser-basierte Formulare realisiert. Die Administration und Bearbeitung des Systems beim BfS erfolgt über eigene Eingabemasken und Administrationsseiten in Web Browsern. Für die Ausgabe können PDF-Reports, Übersichtsseiten und Dashboards erzeugt werden.

Die technischen Grundlagen bilden die Oracle Datenbank 11g und der JBoss Application Server. Entwickelt wurde die Lösung auf Basis der Oracle JDeveloper Entwicklungsumgebung. Als Technologien kamen Java Server Faces und iBATIS für den Datenbankzugriff zum OR-Mapping zum Einsatz.

Das Fazit

Mit dem HRQ Register hat das Bundesamt für Strahlenschutz ein Instrument zur Verfügung, die Kontrollaufgaben im Rahmen der neuen gesetzlichen Vorschrift effizient zu erfüllen. Alle Anforderungen konnten im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen erfüllt werden. Das System ist modular aufgebaut, sehr flexibel und skalierbar. Modulare Erweiterungen des Systems sind bereits in Planung.

 

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