APEX: Anwenders Liebling für die schnelle Bereitstellung Oracle-basierter Finanzapplikationen

Migration und Hot Deployment von Finanzapplikationen bei MLP

Ausgangssituation

Veränderungen auf den Finanzmärkten, wechselnde gesetzliche Rahmenbedingungen und innovative Wettbewerber – Finanzdienstleister stehen täglich vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Eine flexible Organisation sowie effiziente Geschäftsprozesse sind daher unabdingbar, um am Markt bestehen zu können. Seit der Gründung 1971 berät MLP als führender unabhängiger Finanzdienstleister Akademiker in allen Fragen des persönlichen Vorsorge-, Risiko- und Vermögensmanagements. Im engen Austausch mit den besten Produktanbietern am Markt entwickeln MLP-Berater Finanzkonzepte, welche innovativ und präzise auf den individuellen Bedarf des Kunden zugeschnitten sind.

Für das Management der Liquiditäts- und Geldanlageprodukte ist im Konzern das Ressort Bank verantwortlich. Mit Unterstützung durch die IT wurden dort Anwendungen entwickelt, welche auf Oracle-Technologie basieren und mit denen es möglich ist, für die Belange der MLP-Kunden optimierte Finanzprodukte zu entwerfen und zu betreiben. 2007 entschied das Ressort-Management zusammen mit der IT 20 Backoffice-Anwendungen von Oracle WebDB nach Oracle Application Express (APEX) zu migrieren. Betroffen waren unterschiedliche Fachabteilungen wie Wertpapier-, Konto- oder Vermögensmanagement, aber auch Rechnungswesen und Anwendungsbetreuung. Die wesentlichen Gründe für die Einführung von APEX liegen in der modernen Entwicklungsumgebung mit komfortabler Fehlerbehandlung und Benutzeroberfläche für die damit erstellten Anwendungen.

Zielsetzung

Das klare Projektziel waren benutzerfreundliche Anwendungen, die leicht zu bedienen sind und darüber hinaus alle fachlichen Anforderungen in vollem Maß realisieren. Wichtig war MLP dabei, dass die einzelnen Programme unabhängig einsetzbar sein und einem modularen Aufbau folgen sollten. Die fachliche Schicht der Alt-Anwendungen sollte übernommen und überarbeitet (Refactoring) werden. Weitere Ziele waren die Verringerung des Pflegeaufwands für die IT-Infrastruktur des Ressorts sowie eine Verbesserung der Verfügbarkeit und Skalierbarkeit.

Mit APEX als Werkzeug zur Erstellung von Anwendungen fiel die Wahl auf den Nachfolger von WebDB. Hintergrund war der ähnliche, aber stark verbesserte Aufbau der Anwendung. Dieser zeigt sich sowohl in der Oberflächengestaltung mit mehr Standardfunktionalitäten als auch in der Entwicklungsumgebung. Die Programmlogik (PL/SQL) konnte somit aus den alten Anwendungen wiederverwendet werden.

Als Implementierungspartner wurde mit der PROMATIS software GmbH ein erfahrener und zertifizierter Oracle Partner für Applikationen und Technologien gewählt. In langjähriger Projektarbeit entstanden umfassende Vorgehensmodelle, vorgefertigte Bausteine und Best Practices für die effektive und effiziente Implementierung von Lösungen basierend auf Oracle Komponenten und damit auch für die Entwicklung von Anwendungen mit APEX.

Umsetzung

Nach einer kurzen fachlichen Einführung in eine Alt-Anwendung erfolgte jeweils deren Migration. Eine technische und fachliche Überprüfung der neuen Applikation wurde direkt im Anschluss durchgeführt. Dieses Vorgehen, einzelne Anwendungen nacheinander zu migrieren, ermöglichte eine zügige Entwicklung mit gleichzeitig vermindertem Risiko. Gewonnene Erfahrungen aus den vorangegangen Migrationen konnten somit direkt umgesetzt werden.

Die Herausforderungen des Projekts lagen zum einen in der Komplexität der zu migrierenden Anwendungen. Zum anderen wurden während der Revision nicht nur alte Konzepte übernommen, sondern auch neue Ideen verwirklicht. Als Beispiel kann hier die Integration der Funktionalität „Umsatzklassifizierung“ für mehrere Finanzprodukte in eine Anwendung genannt werden. Vor der Migration war die „Umsatzklassifizierung“ für jedes Produkt in einer gesonderten Anwendung implementiert. Um Redundanzen zu vermeiden, entschied sich der Fachbereich, diese in einer Anwendung zu pflegen. Die Schwierigkeit hierbei war, dass die Produkte selbst in unterschiedlichen Datenbankschemata verwaltet und aus unterschiedlichen Systemen zusammengetragen wurden. In der neuen Applikation wurde daher ein einheitlicher Verabeitungsprozess für alle Produkte realisiert. Dies ermöglicht dem Fachbereich die Klassifizerung, Auswertung und Analyse von Produktumsätzen in einer zentralen Anwendung.

Trotz der hohen Komplexität wurde die Erstellung der einzelnen Module innerhalb der vorgegebenen Zeit realisiert. Dies gelang durch den Einsatz von automatischen Export-, Versionierungs- und Deployment-Prozessen sowie vorgefertigten Anwendungs-Templates. Der modulare Aufbau aller APEX-Anwendungen sichert darüber hinaus eine hohe Wartbarkeit. Gleichzeitig zeigte sich, dass sowohl eine Vielzahl von gesammelten und dokumentierten Best Practices als auch der enge Kontakt zwischen den Entwicklern und Auftraggebern entscheidend für den Projekterfolg waren.

Ergebnis

Aus Sicht der Anwender stellen eine einheitliche Benutzungsoberfläche sowie der Zugang zu allen Anwendungen über Single Sign-on-Funktionen die zentralen Vorteile dar. Für die Fachabteilung ergibt sich darüber hinaus ein verringerter Pflegeaufwand des IT-Systems. Das schnelle Nachvollziehen einzelner Migrationschritte wird durch eine transparente Dokumentation sichergestellt. Kleinere Aktualisierungen oder Anpassungen können dank der einfachen Bedienung rasch und unkompliziert durchgeführt werden. Als Vorkenntnisse setzt APEX dabei lediglich PL/SQL voraus.

Der Einsatz automatischer Export-, Versionierungs- und Deployment-Mechanismen sicherte nicht nur den Projekterfolg und eine schnelle Umsetzung, sondern ermöglichte auch das Deployment während des Produktivbetriebs (Hot Deployment). So ist auch in Zukunft gewährleistet, dass zu jedem Zeitpunkt ein Rollback von früheren Versionen durchführbar ist. Um Fehleingaben und Fehler in der Programmlogik auszuschließen, erfolgten eine Revision und ein Refactoring der Businesslogik.

Ebenso entscheidend für den Erfolg waren kurze Kommunikationswege zwischen MLP und PROMATIS. Das Feedback aus den Fachbereichen bestätigte den Erfolg des Projekts. „Wir haben die Anwendungen den Fachbereichsleitern vorgestellt, und sie waren sehr angetan. Es wurde festgestellt, dass die Applikationen mehr als gelungen sind.“, so Herr Harrer, Projektleiter bei MLP.

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